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Aloe Vera – grüne Zukunft der Kanaren?

Aloe Vera – grüne Zukunft der Kanaren?

2. Juni 20134768Views1Comment
Aloe Vera

Aloe Vera – antike Pflanze auch heute noch  beliebt

Überall auf den kanarischen Inseln ist sie anzutreffen. Die Aloe Vera mit ihren dicken grünen Blättern und den gelben Blüten wächst besonders gut an trockenen, schattigen und heißen Plätzen. Und genau diese idealen Bedingungen findet sie auf den kanarischen Inseln vor. Auch wenn die Aloe Vera Pflanzen für den „Nicht Botaniker“ auf den ersten Blick alle gleich ausschauen, gibt es doch über 300 verschiedene Arten aus der Pflanzenfamilie, die zu den Zwiebel- und Knoblauchgewächsen zählt. Die Aloe Vera verfügt in ihrem Inneren über eine Fülle von Wirkstoffen, die sich aus Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren, Enzymen  und pflanzlichen Sterolen zusammen setzen. Das macht die Aloe Vera zu einer Heilpflanze der besonderen Art.

Seit Jahrhunderten ist die Aloe Vera als Heilpflanze bekannt.  Sie gilt sogar als die älteste bekannte Heilpflanze schlechthin. Ob es die alten Ägypter oder Alexander der Große war,  in allen Zeitepochen  war die Aloe Vera den Menschen vertraut und wurde bereits vor Jahrhunderten in der Antike wegen ihrer pflegenden Wirkung und ihrem gesundheitsfördernden Wert  als Heilpflanze eingesetzt. Nachdem sie in den letzten Jahrhunderten ein wenig an  Bedeutung verloren hatte, erlebt sie in den letzten Jahrzehnten einen neuen Boom.

Die Aloe Vera – Exportschlager der kanarischen Inseln

Auf den kanarischen Inseln gibt es kaum Industrie, so dass die Umwelt recht sauber und ohne Schadstoff e ist. Dieser Umstand verbunden mit dem vorherrschenden trockenen Klima macht die kanarischen Inseln zu einem idealen Ort  für die Anpflanzung der Aloe Vera. Hinzu kommt, dass der traditionelle Tomatenanbau auf den Inseln deutlich zurückgegangen ist und auch die Exportzahlen bei den Bananenausfuhren weiter abnehmen. So drängt sich der Handel mit Aloe Vera Produkten immer mehr als Exportgut in den Vordergrund.

Obwohl es sich bei der Aloe Vera nicht um eine endemische Pflanze handelt, die hier  ursprünglich zu Hause ist, werden seit über 20 Jahren Aloe Vera Produkte auf den Kanarischen Inseln angeboten. Die Einwohner der Inseln selber benutzen das Gel der Blätter bereits seit Generationen.  Die ursprüngliche Heimat der Aloe Vera wird in Afrika und auf der arabischen Halbinsel vermutet. Heute ist sie an vielen warmen Orten dieser Welt, wie zum Beispiel in Indien und in den arabischen Staaten kultiviert  und eingebürgert.

Auf den kanarischen Inseln wird die Pflanze oder Aloe Vera Produkte mittlerweile in fast in jedem Geschäft angeboten. Es gibt unzählige Offerten, selbst in den kleinsten Lebensmittelläden. Daneben floriert auch der Vertriebsweg über das Internet. Überall gibt es die kleinen und großen grünen Pflanzen zu erwerben. Und wer keinen Platz mehr im Koffer hat, für den gibt es Aloe Vera Samen in Tüten verpackt zur praktischen Mitnahme im Reisegepäck.

Aloe Vera
Aloe Vera

Aloe Vera – unscheinbare Pflanze mit großer Wunderwirkung

Die Substanzen der Pflanze wirken kühlend und heilend. Ihre Derivate werden in Arzneimitteln oder in kosmetischen Produkten verarbeitet. Dabei steht die kanarische Aloe Vera in dem Ruf, eine ganz besonders große Heilkraft zu entfalten. Die Konzentration der Wirkstoffe soll im Vergleich zu Aloe Vera, die an anderen Stellen auf der Welt gewachsen ist, besonders hoch sein. Ob diese Behauptung stimmt, bleibt dem Vertrauen und Glauben des Lesers vorbehalten.

Medizinisch nachgewiesen ist jedenfalls, dass die Aloe Vera ein hervorra­gender Entzündungshemmer und Schmerzstiller ist. Mit ihrer Hilfe können beschädigte Haut regeneriert und Brand­wunden beruhigt werden. Sie ist zudem ein guter Reiniger von toxischen Subs­tanzen im Organismus.

Es gibt unzählige Produkte, in denen ein Bestandteil der Aloe Vera Pflanze enthalten ist.  So wird sie in vielen Medizin- und Kosmetikprodukten als Basis verwendet. Aloe Vera ist heutzutage in gesundheitsfördernden Drinks genauso enthalten, wie im Toilettenpapier.  Die Extrakte der Pflanze werden getrunken und als Hautcreme aufgetragen. Aloe Vera haltige Creme soll gut für alle Hautschichten sein und helfen, durch die in ihr enthaltenen Aminosäuren Proteine und gesunde Hautzellen zu bilden. Sie bietet neben Schutz und Aufbau auch wirksame Hilfe bei bakteriellem Befall.

Auch das Gel der Pflanze wird sowohl in der Medizin als auch in der Kosmetik in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Der Saft der Blätter hat sich als altbewährtes Hausmittel bewährt. Dem Gel werden entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Eigenschaften zugeschrieben. Der Pflanzensud ist krampf- und schmerzlindernd. Die Aloe Vera soll  hauptsächlich bei Verletzungen wie Schnitt- oder Brandwunden für eine schnelle Heilung sorgen.

Sogar als Zahncreme wird sie angeboten. Bei Sonnenbränden hilft sie genauso wie bei anderen Verbrennungen und Verletzungen.  Der Aloe Vera wird nachgesagt, dass sie über eine schnelle Heilungsförderung verfüge und zugleich Narbenbildungen verhindere. Der grüne Saft soll Diabetikern helfen, die Leber stärken, als  Abführmittel wirken und auch hohe Cholesterinwerte mindern.

Die kleine unscheinbare Pflanze bietet anscheinend unbegrenzte Möglichkeiten bei der kosmetischen und medizinischen Anwendung. Und dementsprechend kann es auch nicht verwundern, dass ihr sogar eine präventive Wirkung bei der Entstehung von Krebs nachgesagt wird.

Aloe Vera – Heilpflanze im eigenen Wohnzimmer

Die Aloe Vera benötigt einen schattigen Platz. Wird sie zu starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, verfärben sich ihre Blätter violett –  ein eindeutiges Zeichen, dass es ihr nicht gut geht. Ist die Pflanze hingegen gesund, liefert sie ihr schleimartiges Gel, das aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen wird.

Aloe Vera - kleine Pflanze mit großer Wirkung
Aloe Vera – kleine Pflanze mit großer Wirkung

Die heilende Wirkung dieses Gels ist nicht nur auf den kanarischen Inseln bekannt. Und so haben nicht nur Züchter und die Industrie die Pflanze für sich entdeckt, sondern auch in  immer mehr Privathaushalten ist die Aloe Vera an zu treffen. Während sie in den wärmeren Ländern draußen im Garten oder auf der Terrasse gezüchtet werden kann, ist sie in Deutschland auf der Fensterbank und in der guten Stube zu Hause.

Eine richtig gepflegte Aloe Vera ist so etwas, wie ein Stück lebendiges Arzneischränkchen im Haus. In den saftigen Blättern der Pflanze ist das Aloe Vera Gel bereits fertig zubereitet und wartet frisch auf einen Benutzer. Bei Bedarf wird einfach ein altes Blatt abgeschnitten und danach lässt sich der  dickflüssige Saft sofort  verwenden.

Die Aloe Vera liebt stabile und warme Temperaturen. Eine  Zimmerpflanze sollte daher idealerweise an einen warmen und sonnigen Standort gestellt werden. Draußen wie drinnen bevorzugt sie trockene, sandige und auch kalkhaltige Erde. Ihr Bedarf ist ähnlich wie der der Kakteen, so dass beim Einpflanzen Kakteenerde oder  eine Erdmischung aus Granitsplit und groben Sand zu verwenden ist. Wer im Wohnzimmer eine Aloe halten möchte, sollte sich gut über die benötigte Pflege informieren. Denn diese Pflanze darf nur befeuchtet und kaum gegossen werden. Im Winter ist sie vollkommen trocken zu halten, da ihre  Blätter  keine Nässe vertragen.

Wird der Aloe Vera jedoch  die richtige Pflege zuteil, ist sie in der Lage, sich relativ einfach und erfolgreich zu vermehren. Auf diese Weise bekommt man  einen nachwachsenden und nachhaltigen Apothekenschrank ins Haus, dessen Arzneien lebendig sind und keiner Ablauffrist unterliegen.

Arbeitsplätze und Zukunftssicherung durch Aloe Vera?

Im Jahr 2012 vermeldeten mehrere kanarischen Medien, dass durch einen gezielten Anbau der Aloe Vera auf den Kanaren jährlich rund sechs Millionen Kilo dieser medizinischen Pflanze exportiert werden.  Derzeit würden nicht einmal fünf Prozent dieses Potentials ausgeschöpft, erklärte damals Jose Antonio, Präsident der kanarischen Biotechnologie (Clubican) und des Unternehmens Cabiomed, das sich mit Biovielfalt, Aloe Vera und medizinischen Pflanzen beschäftigt. Er hoffte damals, dass sich die rund 250 Arbeitsplätze in diesem landwirtschaftlichen Bereich bei einer Forcierung des Anbaus von Aloe Vera vervielfachen ließen. Seiner damaligen Einschätzung nach sollten mittelfristig bis zu 2.500 direkte und weitere rund 5.000 indirekte Arbeitsplätze entstehen.

Seinen Optimismus begründete er mit Nordamerikanischen Studien, die belegen würden, dass in den letzten Jahren in Europa rund 16 Milliarden Euro pro Jahr für Aloe Vera Produkte umgesetzt würden. „Die kanarische Aloe Vera, die unter ökologischen Bedingungen angebaut wird, hat weltweit einen besonders guten Ruf“, erklärte Marrero damals weiter. Viele Produzenten würden die kanarischen Pflanzen der mit Kunstdünger gezogenen und pulverisierten Pflanzen aus Amerika, China und Indien vorziehen. Ein starker Absatzmarkt sei Deutschland, wo man Extrakte aus der Aloe Vera unter anderem an große Kosmetikunternehmen verkaufe.

Anscheinend haben sich bis heute Marreros Vorstellungen noch nicht verwirklichen lassen. Zwar wird an vielen Stellen auf den kanarischen Inseln seit längerer Zeit verstärkt das einheimische Bioprodukt angebaut und gezüchtet. Doch unzweifelhaft ist die Aloe Vera auch  durch Markenpiraterie und Billigimporte bedroht. Durch die Krise haben sich daher – zumindest derzeit – die Vorstellungen von Marrero von  dem expandierenden Sektor noch nicht umsetzen lassen. Dennoch könnten die Expansionspläne  zukünftig, gerade wegen der ohnehin auf den Inseln herrschenden Wasserknappheit, doch noch in greifbare Nähe rücken. Denn im Gegensatz zu Tomaten und Bananen, die sehr viel Wasser für ihre Kultivierung benötigen, ist die Aloe Vera sehr genügsam. Die heilende Wunderpflanze bleibt daher weiterhin eine interessante Alternative zu den anderen Exportgütern der Inseln.

Leonie

Leonie

Ich habe alle kanarischen Inseln bereist und lebe seit einigen Jahren auf Teneriffa. Auf meinen Wandertouren über die Inseln begleitet uns mein Labrador, der - wie wir - immer wieder neue Wege auskundschaftet.

1 Comment

  1. Aloe vera wird in den Publikumsmedien schon seit langem als Wundermittel gegen die unterschiedlichsten Erkrankungen angepriesen. Doch welche der zahlreich versprochenen Anwendungsgebiete sind medizinisch wissenschaftlich abgesichert und belegt?

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