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Deutsche Investoren planen 800 – Millionenprojekt auf Gran Canaria

Deutsche Investoren planen 800 – Millionenprojekt auf Gran Canaria

12. Mai 20131776Views
Foto aus dem Archiv - Puerto de Mogan, Gran Canaria

Drei Hotels und einen Freizeitpark will eine Investorengruppe aus Deutschland in den Sand und auf einen Felsen am östlichen Rand des Touristengebietes im Süden von Gran Canaria setzen. Der Hügel von Tarajalillo wird sein Aussehen dramatisch verändern, wenn Wirklichkeit wird was die Projektentwickler des deutschen Unternehmens WLH in dieser Zone planen. Die Lage des Grundstücks am Rande der größten touristischen Agglomeration  auf den Kanaren und die Tatsache, dass ein Freizeitpark auf Gran Canaria wegen der klimatischen Gegebenheiten das ganze Jahr über geöffnet bleiben kann, waren ausschlaggebend für die Entscheidung das Vorhaben gerade hier anzusiedeln. Als Teil des von der Gemeinde und der Inselregierung ins Leben gerufenen Projektes der Costa Afortunada könnten die Deutschen, neben russischen Investoren, die Protagonisten dieses ehrgeizigen Planes sein. Fast 2,4 Millionen Quadratmeter, die der Familie Castillo gehören, stehen zur Verfügung, um den Tourismus auf Gran Canaria weiter voranzubringen. Insgesamt soll hier eine Kapazität von mehreren tausend Hotelbetten geschaffen werden, die in Verbindung mit einem Themenpark das Erscheinungsbild der Küstenzone verändern wird.

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Der Vertreter der deutschen Investoren, Klaus Peter Wesel, der in diesen Tagen zusammen mit einem Architekten seines Unternehmens  auf Gran Canaria mit den Verantwortlichen auf kanarischer Seite zusammentraf, erneuerte gegenüber dem Bürgermeister von San Bartolomé de Tirajana, Marco Aurelio Pérez, und Amtsträgern der Inselregierung sein Angebot, drei Hotels mit jeweils 500 Betten und einen Park zu errichten, der das Freizeitangebot der Region deutlich aufwerten würde. Mit der Summe von 800 Millionen Euro könnte somit die Hälfte des zur Verfügung stehenden Areals bereits bebaut werden. Bei den Gesprächen ging es um einige Punkte, wie z. B. den Verlauf der geplanten Bahnlinie, die durch das Grundstück führen könnte, welche vor Baubeginn geklärt werden müssen. Schon in den nächsten Monaten, so hoffen die Investoren, könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, wenn von den zuständigen Stellen grünes Licht  für das Megaprojekt gegeben würde.

Ob es tatsächlich so schnell gehen wird ist allerdings fraglich, da wie immer bei solchen Vorhaben, die viele unterschiedliche Interessen tangieren, mit Einsprüchen und Bedenken aus verschiedenen Richtungen zu rechnen ist, wie zuletzt das Gerangel um den Abriss und Neubau des Traditionshotels Riu Oasis Maspalomas gezeigt hat. Schon die Frage, wie hoch die Bettendichte in der Region sein soll, sorgte bereits in der Frühphase der Planung  für kontroverse Diskussionen. Eine so intensive Bebauung wie sie in Meloneras vorhanden ist, wird es wohl in der neuen Touristenzone nicht geben. Allein auf Grund der Tatsache, dass der geplante Freizeitpark mit 120 Hektar bereits die Hälfte des Areals einnehmen würde, ist die immense Dichte von Hotelbetten, die in anderen Regionen herrscht nicht zu realisieren, wenn man die Landschaft nicht mit Bettentürmen wie in den Frühzeiten des Massentourismus zubetonieren will.

Für die Insel ist ein Investitionsvolumen von 800 Millionen natürlich eine interessante Hausnummer und man wird deshalb sicherlich bereit sein, den deutschen Kapitalgebern in vielen Punkten entgegenzukommen, allein schon deshalb um eine Pleite, wie im Falle Maspalomas Oasis, in dem die für die Neuerrichtung vorgesehenen Mittel nun auf Teneriffa für dringend benötigte Arbeitsplätze sorgen, zu vermeiden.

Doch nicht immer müssen es so gigantischen Projekte wie das hier geplante sein, die für eine größere Attraktivität Gran Canarias bei unterschiedlichen Zielgruppen sorgen. Eine zahlungskräftige Klientel, wie die Schwulen und Lesben, die in der vergangen Woche ihren Lebensstil in Maspalomas gefeiert haben, können oftmals allein durch gezielte Angebote auch ohne große Investitionsvolumen angelockt werden. Mit nur 300.000 Euro hat die Hotelgruppe Axel, die schon in anderen Städten, wie etwa Berlin, Barcelona und Buenos Aires Hotels speziell für diese Interessengruppe eingerichtet hat, eine Apartmentanlage in Playa del Inglés so umgestaltet, dass sie perfekt auf die Bedürfnisse der Angesprochenen ausgerichtet ist. Das in dieser Woche eröffnete Hotel mit dem Namen Axel Beach Maspalomas spricht zwar in erster Linie die schwule und lesbische Kundschaft an, ist aber auch für heterosexuelle Gäste kein verbotenes Terrain.

 

Thomas

Thomas

Durch meine Arbeit als Journalist habe ich das große Glück überall auf der Welt arbeiten zu können. Auch auf den Kanarischen Inseln habe ich einige Jahre verbracht, eine Zeit, an die ich mich immer gerne erinnere. Obwohl ich danach noch in anderen interessanten Ländern leben durfte gehören die spannenden Erfahrungen, die ich auf den Inseln gemacht habe zu den Erlebnissen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

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