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La Palma, verkannte Chance einer Philosophie

La Palma, verkannte Chance einer Philosophie

28. April 20142228Views1Comment
Bananenplantage

La Palma ist nicht nur eine Insel zum Urlaub machen. Vielmehr noch taugt sie im Kontext zu den globalen Entwicklungen auch als Ort für gesundes, natürliches und glückliches Leben. Das klingt jetzt vielleicht esoterisch, soll es aber auf keinen Fall sein. Vielmehr ist es das Ergebnis verschiedener Überlegungen zu den Veränderungen, die vielleicht in Zukunft auf uns zukommen.

Beispielsweise bestehen berechtigte Vermutungen, dass Lebensmittel in Zukunft nur noch von den besser Verdienenden bezahlt werden können. Für den Rest, und das ist mit Abstand der weit größere Teil der Bevölkerung, wird schon jetzt an Alternativen aus dem Labor geforscht. Waren es früher ausschließlich Dürren oder zu viel Regen, auf jeden Fall natürliche Ereignisse, die die Ernten vernichten konnten, kommen heute synthetische Faktoren dazu. Thema: Spekulation! Nun ist die Notwendigkeit der Börsen nicht Thema dieses Artikels, nur soviel, sie haben eine fundamentale Berechtigung. Punktum.

Nur ist es wie mit vielen Entwicklungen der neueren Zeit, dass alles optimiert und übertrieben wird. Dass sich Bauern schon vor hunderten von Jahren mit Termingeschäften absichern konnten, ist nicht allen bewusst. Doch schon früher wollte der eine Planungssicherheit, während der andere durch Spekulation seinen Gewinn machte. Das Risiko war auf beiden Seiten gleich verteilt. Heute aber wird im Hochfrequenzhandel der großen Banken nicht mehr um die Absicherung der Ernte gewettet, sondern lediglich um das Vermögen zu mehren. Das hat aber zur Folge, dass die Nahrungsmittelpreise extrem ausschlagen können und Grundnahrungsmittel für sehr viele Menschen unerreichbar werden. Wir erinnern uns an die Unruhen in 2008 auf Haiti und in Ägypten, die wegen unbezahlbarer Lebensmittelpreise entbrannten. Seinerzeit sprach schon Dominique Strauss Kahn von der Zerrüttung des wirtschaftlichen Umfelds, was 5 bis 10 Jahre der Entwicklungsfortschritts zu Nichte machen könnte. Und, viel wichtiger, eine Gefahr für Stabilität und Frieden. Doch es gibt immer noch eine Alternative.

Bestes Klima, was fast alles möglich macht

Auf La Palma herrscht ein Klima, was uns ermöglicht, die hiesige Bevölkerung fast vollumfänglich zu ernähren. Die fast schon praktizierte Monokultur der Bananen müsste dazu allerdings beseitigt werden. Aber wie kann die mögliche Entwicklung Global aussehen? Es ist eine nicht von der Hand zu weisende Tatsache, dass auch hier die Gier nach Profit die treibende Kraft der Zerstörung ist. Großkonzerne und sogenannte Global Player wie Monsanto haben ja nicht wirklich die Absicht das Leben und die Lebensmittel besser zu machen. Sie wollen alleine herrschen über Saat und Natur, wollen planbare Gewinne erzielen, die am besten durch Abhängigkeit erzielt werden. Einer Studie zufolge können sich in den USA die Lebensmittelpreise bis zum Ende dieses Jahrzehnts verdoppeln. Die Löhne werden diese Entwicklung gewiss nicht nachvollziehen. Für die hohen Preise in den USA ist vor allem die Dürre in Kalifornien verantwortlich. In Europa ist die Lage etwas entspannter. Dennoch, auch hier ist zu beobachten, dass Grundnahrungsmittel deutlich schneller im Preis steigen als die Einkommen. Die Lebenssituation hat sich der Studie zu Folge in allen untersuchten Ländern verschlechtert.

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In den USA sind über 47 Millionen Menschen auf Essensmarken angewiesen. In Europa müssen 120 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln unterstützt werden. Auch in Deutschland wächst die Zahl der Notleidenden. Die Lebensmittel haben sich im letzten Jahr um rund 4,4% erhöht, bei Kartoffeln lag die Teuerung sogar bei 29%. Hier ist zu erkennen, dass auf La Palma die Preisspirale noch nicht so steil steigt. Jeder Palmero, der ein wenig Landfläche besitzt, hat auch seine eigenen Kartoffeln und mehr. Insofern muss man sich hier weniger Gedanken ob der neuesten Entwicklung der Finanzinvestoren machen. Die nämlich haben ein neues Betätigungsfeld entdeckt. Sie investieren in Technologien, die natürliche Lebensmittel überflüssig machen sollen. Mit dieser Technologie, so zumindest die Hoffnung der internationalen Geldeliten, sollen all diese Probleme gelöst werden. Das deckt sich dann zumindest theoretisch mit der vorhandenen Tatsache, dass das Bienensterben in den letzten zehn Jahren beängstigende Dimensionen angenommen hat. Schreitet das Bienensterben mit gleichem Tempo weiter voran, so wird es einige Lebensmittel gar nicht mehr geben. Das immer noch darum gestritten wird, woran das Bienensterben liegen kann, kann nur mit den bezahlten Studien der Auftraggeber wie Monsanto, Syngenta und Co. zusammenhängen. Jeder halbwegs mit gesundem Verstand beglückte Mensch kann aus dem Bauch heraus beurteilen, dass die Mengen an Herbiziden und Pestiziden ursächlich sein müssen. Der Erdboden in den industriell betriebenen Agrarregionen ist in den vergangenen Jahrzehnten derart vergiftet worden, dass es ein Wunder ist, dass überhaupt noch natürliche Lebensformen existieren. Alleine ca. 35% der Lebensmittel werden durch Bienen und Insekten bestäubt. Die Nachrichten-Aufarbeitung der gewöhnlichen Presse zeigt schon, wessen Geistes Kinder sie sind. Das Sterben der Bienen in den USA wird beispielsweise auf 2 Milliarden Dollar taxiert. Nicht die traurige Tatsache, dass es überhaupt zu dem dramatischen Bienensterben gekommen ist, ist der Erwähnung wert, sondern der wirtschaftliche Schaden in Dollar wird beziffert. So wundert es nicht, dass auch für den Ausfall der weltweiten Bestäubungsleistung in Dollar bemessen wird, nämlich auf 260 Milliarden Dollar. Man kann eigentlich gar nicht so viel Essen, wie man spucken müsste, ob dieser verqueren Denkweise. In diesem Zusammenhang sind die Bemühungen der hiesigen Biobauern und Imker gar nicht hoch genug anzurechnen, die Bienen gesund und am Leben zu erhalten.

Essen aus dem 3D Drucker

Das es 2013 weltweit mehr als 37% Start-ups im Bereich künstlicher Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr gab, spricht eine deutliche Sprache. Unternehmen wie Hampton Creek, Foods Beyond Meat oder Modern Meat arbeiten an der Herstellung von Narungsmitteln ohne natürliche Zutaten. Es geht zum Beispiel um einen Ei-Ersatz oder Hühnerstreifen, die wie echtes Hühnerfleisch aussehen und auch so schmecken sollen, deren Eltern aber Stammzellen und 3D Drucker sind. In London wurde der erste Burger vorgestellt, der im Labor entstanden ist. Zutaten, Stammzellen vom Rind, der Rest sind Aromastoffe. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie wertvoll plötzlich ein Huhn wird, welches hier auf der Insel ein völlig natürliches Leben lebt, im Boden nach Körnern pickt, Auslauf hat und sich natürlich vermehren kann. Der Kopfsalat, der unter meinen Augen durch bloßes zugeben von Wasser immer weiter wächst, bis er für einen gemischten Salat die richtige Größe hat. Keine veränderte Gen-Struktur, keine Pestizide, kein gar nichts. Nur ein Kopfsalat mit Vitaminen und Mineralien. Das macht den Zauber des einfachen aber natürlichen Lebens aus. Da sollen Foodini Machines ruhig ihren 3D Food printer auf den Markt bringen, ich begnüge mich dann mit der eigenen Ernte meiner Mangas, Orangen, Kartoffeln und vielem mehr. Es mag an einem gewissen Alter liegen, dass man der Entwicklung nicht mehr Schritt hält, oder halten will. Doch hat dieses Alter auch den Vorteil, dass man sich nicht so leicht einfangen lässt von marktschreierischen Produkten und Entwicklungen.

Das es aber zu Problemen führen kann, wenn wir nicht der wachsenden Weltbevölkerung eine ernsthafte und nachhaltige Lösung anbieten können, liegt auf der Hand. Wenn sich zudem auch noch die gesetzliche Lage weiterhin so darstellt wie im Falle der drei Studenten, die wegen schwerem Einbruchdiebstahl zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt wurden, dann besteht die berechtigte Frage, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickelt. Den drei Studenten wird vorgeworfen, Lebensmittel aus einem Abfallcontainer gestohlen zu haben, der hinter Gittern gesichert war. Dieses „Mülltauchen oder Dumstern“ genannte Verhalten, ist auch auf den Kanarischen Inseln zu beobachten. Mit geleitetem Echo.

Die hiesige Polizei bemängelt die Folgeschäden, wie umgekippte Container oder herumliegender Müll, die Supermarktbetreiber das Herum-stöbern in Firmen eigenen Bereichen. Der Königsweg wäre doch, bevor der Supermarkt die Lebensmittel in den Container schmeißt, gleich eine Stelle einzurichten, wo sich die schlechter gestellten Mitbürger die Waren vom Tisch nehmen können. Die Ware ist produziert, der Produzent hat sein Geld bekommen, und der Supermarkt bezieht es so oder so in seine Kalkulation mit ein. Warum also müssen diese Lebensmittel weggeschmissen werden. Unser Rechtssystem hilft in diesem Fall wieder den Falschen. Das Gesetz besagt, dass das Entwenden von Lebensmitteln, die für „die bestimmungsgemäße Entsorgung bestimmt sind“ in der Regel als Diebstahl geahndet wird. Eine solche Tat kann mit Geld-oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Wenn die Lebensmittel zudem besonders gesichert sind, handele es sich um Einbruchdiebstahl, was mit bis zu zehn Jahren bestraft werden kann. Dazu sind ein paar durchschnittliche Strafmaße Verurteilter der letzten Jahre genannt. Für Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Schriften gab es durchschnittlich 0,8 Jahre Gefängnis. Für Gefährliche Körperverletzung 0,9 Jahre und für Betrug 1 Jahr. Da liegt die Überlegung nahe, ob die Richter nicht von Zeit zu Zeit zu verprügeln sind, wenn man dafür nur durchschnittlich 0,9 Jahre ins Gefängnis muss. Für die Zeit brauchen sie sich dann auch nicht für gestohlene Lebensmitte zu verantworten. Die bekommen sie dann inklusive. Wenn unsere Rechtsprechung derart verzerrt angewendet wird, kann das Ende auch mal böse ausgehen. Für heute freue ich mich, dass so viele ein Leben auf La Palma gewählt haben. Bestimmt eine gute Entscheidung.

Bleiben sie anständig…..

Ihr Jean-Bas

Jean-Bas

Jean-Bas

Eigentlich sollte es immer Italien sein, dann kam der Urlaub auf La Palma und jetzt wohnen wir hier.............

1 Comment

  1. Hola Jean Bas
    treffender kann man es nicht beschreiben was auf unserem Planeten geschieht. Wunderschön wie Sie den Zauber von La Palma darstellen. Das letzte Paradies auf Erden darf nicht zerstört werden. Wir werden unseren Teil dazu beitragen. Gegen das überflüssige Asphaltwerk haben wir von Deutschland aus schon gestimmt. Unsere Planung auf die Insel zu ziehen macht Fortschritte. Demnächst wird unsere Webseite, welche in Arbeit ist, berichten. Wir freuen uns auf weitere Artikel von Ihnen,
    danke für diesen Beitrag
    MariAnne Jaeger

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