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Mieter zog aus und ließ Hunde einfach zurück

Mieter zog aus und ließ Hunde einfach zurück

30. Juli 2014837Views
calletiagua

Ein toter Hund und ein weiteres Tier in äußerst schlechtem Gesundheitszustand, das ist das bedauerliche Ergebnis eines Einsatzes der Polizei und der Feuerwehr vom vergangenen Wochenende in Vecindario auf Gran Canaria.

Der Bewohner eines Apartments in einem Haus in Vecindario hatte vor einigen Wochen, nachdem er mehrere Monate lang die Miete schuldig geblieben war, seine Wohnung überstürzt verlassen und bei seinem fluchtartigen Auszug seine beiden Hunde einfach ohne Futter und Wasser zurückgelassen. Als am vergangenen Sonntag die Polizei mit Unterstützung der Feuerwehr die Wohnung endlich öffnen konnte, kam für einen der beiden Hunde, eine Französische Bulldogge, jede Hilfe zu spät. Ohne Nahrung und Wasser war das Tier qualvoll verdurstet und verhungert. Der zweite Hund, ein Bullterrier, hat das Martyrium zwar überlebt, befindet sich allerdings in einem äußerst bedenklichen Gesundheitszustand.

Nachbarn hatten mehrfach auf das Problem hingewiesen

Aus der Wohnung im Erdgeschoss des Mietshauses in der Stadt an der Südostküste Gran Canarias war immer wieder Bellen und Jaulen zu hören gewesen, weshalb sich die Nachbarn mehrfach an die Polizei gewandt hatten. Nach einiger Zeit drang aus der Wohnung auch noch ein unerträglicher Geruch in das Haus. Doch erst nach mehreren Wochen und wiederholten Anzeigen und Hinweisen der Nachbarn wurde die Polizei aktiv.

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Als sie dann endlich mit Hilfe der Feuerwehr in die Wohnung eindrangen, fanden sie auf der überdachten Terrasse die tote Bulldogge und den total dehydrierten Bullterrier, der verständlicher Weise total verunsichert und verschreckt auf die Eindringlinge reagierte. Da der Hund jedoch extrem entkräftet war, gelang es den Feuerwehrleuten recht schnell, ihn mit Hilfe einer speziellen Stange zum Einfangen von Tieren in eine Transportbox zu verfrachten. Umgehend wurde der Hund mit Wasser versorgt und in ein Tierheim gebracht. Ob der Bullterrier die gesundheitlichen Schäden, die er während der langen Wochen ohne Nahrung und Flüssigkeit erlitten hat, am Ende tatsächlich noch überwinden kann, bleibt vorerst abzuwarten.

Die Nachbarn des Mannes, der seine Hunde so gewissenlos zurückgelassen hat, sind jedenfalls froh, dass die Polizei nun endlich eingegriffen hat. Hätte man dies schon nach den ersten Anzeigen aus dem Hause getan, hätte wahrscheinlich auch der zweite Hund gerettet werden können. Die Bewohner des Hauses Nr. 12 in der Calle Tiagua in Vecindario hoffen nun, dass ihr ehemaliger Nachbar, der namentlich bekannt ist, von den Behörden bald gefunden wird und seine verdiente Strafe erhält. Nicht nur wegen seiner Mietschulden, sondern in erster Linie natürlich für das, was er seinen Hunden angetan hat.

Strengere Tierschutzgesetze werden nicht immer durchgesetzt

Trotz der in den letzten Jahren erlassenen strengeren Tierschutzbestimmungen in vielen Gemeinden auf den Kanarischen Inseln, ist es noch immer keine Seltenheit, dass Tiere unter unmöglichen Bedingungen gehalten werden. Besonders Hunde haben darunter zu leiden. Oftmals werden sie den ganzen Tag über auf einer kleinen Dachterrasse oder in einem winzigen Trastero, einem Hinterhof, eingesperrt und nur selten freigelassen. Im eigenen Dreck und ohne Schutz gegen die unablässig scheinende kanarische Sonne fristen sie so ein recht freudloses Dasein. Werden die Behörden dann durch Nachbarn oder andere Zeugen auf einen solchen Fall aufmerksam gemacht, geschieht oftmals jedoch zunächst einmal nichts. Erst wenn sich Beschwerden häufen, wie in der vorliegenden Geschichte, wird die Polizei aktiv. Und dann ist es halt doch oft schon zu spät.

Thomas

Thomas

Durch meine Arbeit als Journalist habe ich das große Glück überall auf der Welt arbeiten zu können. Auch auf den Kanarischen Inseln habe ich einige Jahre verbracht, eine Zeit, an die ich mich immer gerne erinnere. Obwohl ich danach noch in anderen interessanten Ländern leben durfte gehören die spannenden Erfahrungen, die ich auf den Inseln gemacht habe zu den Erlebnissen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

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