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Polizist wegen sexueller Belästigung auf Lanzarote verurteilt

Polizist wegen sexueller Belästigung auf Lanzarote verurteilt

17. April 2013953Views
Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Volcanic landscape in LanzaroteBei einem Gerichtsprozess in Las Palmas ging es um den Fall eines Polizisten, der während einer Kontrolle auf Lanzarote eine junge Frau an der Brust berührt hatte. Neben dem konkreten Geschehen wurden in der Verhandlung zwei gesellschaftliche Probleme angesprochen, die in letzter Zeit in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert wurden. Da ist zum einen der Eindruck, dass auf den Kanarischen Inseln zunehmend Polizisten in Straftaten verwickelt sind, und zum anderen eine Debatte, die mittlerweile weltweit geführt wird, der alltägliche Sexismus.

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Die Aufregung in Deutschland über den unangemessenen Spruch eines älteren Herrn gegenüber einer jungen Journalistin hätte im Land der Machos sicherlich nur ein müdes Lächeln hervorgebracht, und auch der Fall, der jetzt in Las Palmas verhandelt wurde, wäre vor einiger Zeit so sicher noch nicht geführt worden.

Immer mehr Frauen wollen sich die Anzüglichkeiten und Belästigungen durch Männer, die jedes weibliche Geschöpf als Freiwild betrachten, nicht länger gefallen lassen. Zu ihnen gehört auch eine junge Frau, die von einem Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle in Playa Blanca auf Lanzarote nicht nur in eindeutiger Weise an der Brust angefasst wurde, sondern sich auch weiteren ungerechtfertigten Attacken ausgesetzt sah. Der Polizist der Guardia Civil, dessen Name mit Said Mohabar Mohamed angeben wird, hatte nach seinem Dienst, jedoch noch in Uniform, am 24. Februar 2011 um 6.45 Uhr morgens das Auto von zwei jungen Frauen angehalten, um diese zu kontrollieren. Nachdem er zunächst von der Fahrerin verschiedene Papiere verlangt hatte, wendete er sich dem späteren Opfer auf dem Beifahrersitz des Wagens zu. Er verlangte von ihr, sich in seinem privaten Fahrzeug einem Alcotest zu unterziehen. Eingeschüchtert durch sein bestimmtes Auftreten und die Polizeiuniform willigte die Frau ein und begleitete ihn zu seinem Auto, wo der Polizist sie unvermittelt an die Brust fasste und versuchte, sie zu küssen. Die junge Frau sprang sofort aus dem Auto und flüchtete zusammen mit ihrer Freundin aus der Nähe des Polizeiagenten. Kurze Zeit später brachte sie die Tat zur Anzeige.

Jetzt, mehr als zwei Jahre später, wurde der Polizist, der seine Stellung und die damit verbundene Macht missbraucht hatte, um von einer Frau sexuelle Dienste zu fordern, zu einer Geldstrafe von 6.300 Euro verurteilt. Außerdem trägt er die Kosten des Verfahrens. Sollte er die Strafe nicht bezahlen können, hat er alternativ die Möglichkeit, 315 Tage lang den Aufenthalt in einem spanischen Gefängnis zu genießen. Da nicht auszuschließen ist, dass sich der Polizist, der erstaunlicherweise seinen Dienst weiter ausüben darf, der Klägerin erneut nachstellen wird, wurde ihm verboten, sich der Frau während eines Zeitraums von 2 Jahren auf eine Entfernung von 500 Metern zu nähern. Auch eine Kontaktaufnahme per Telefon, Brief oder E-Mail wurde ihm untersagt.

Die Bestrafung scheint angemessen, was jedoch für viele der Kommentatoren nicht zu verstehen ist, ist der Umstand, dass der Mann nicht aus dem Polizeidienst entfernt wird. Durch sein unangemessenes Verhalten hat er mehr als deutlich bewiesen, dass er für den Beruf des Polizisten, der eine Vorbildfunktion haben sollte, definitiv nicht geeignet ist.

Thomas

Thomas

Durch meine Arbeit als Journalist habe ich das große Glück überall auf der Welt arbeiten zu können. Auch auf den Kanarischen Inseln habe ich einige Jahre verbracht, eine Zeit, an die ich mich immer gerne erinnere. Obwohl ich danach noch in anderen interessanten Ländern leben durfte gehören die spannenden Erfahrungen, die ich auf den Inseln gemacht habe zu den Erlebnissen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

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