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Regierungspräsident von Fuerteventura bleibt trotz Bohrstopp skeptisch und kampfbereit

Regierungspräsident von Fuerteventura bleibt trotz Bohrstopp skeptisch und kampfbereit

17. Januar 20152879Views1Comment
Cofete beach, Fuerteventura

Die Reaktionen auf die Ankündigung des staatlichen Ölkonzerns Repsol, die Suche nach Öl und Gas vor den Küsten von Fuerteventura und Lanzarote einzustellen bestimmten gestern die Berichterstattung und die Kommentare in den Zeitungen des Archipels.

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Während sich die weitaus meisten Bürger und viele Politiker erfreut über das Aus der höchst umstrittenen Bohrungen zeigten, war die Reaktion des Regierungspräsidenten von Fuerteventura, der zu den vehementesten Gegnern der Ölsuche gehört, eher von Skepsis gezeichnet. Mario Cabrera sieht den Kampf noch lange nicht gewonnen und in der Ankündigung von Repsol einen strategischen Rückzug aus politischen und wirtschaftlichen Gründen. Die Erklärung des Unternehmens schließt nämlich nicht aus, dass der Konzern nach dem Ansteigen der Rohölpreise, die sich derzeit auf einem Tiefstand befinden, nicht zurückkehrt und doch noch weitere Bohrungen vornimmt. Neben diesen ökonomischen Gründen findet Cabrera aber auch politische Motive. Um der Partido Popular, deren Führung zu den größten Unterstützern des Projektes gehört, keine weiteren Probleme bei den kommenden Wahlen im Mai zu bereiten, würde sich der Staatskonzern derzeit mit unpopulären Entscheidungen zurückhalten, so der Inselpräsident. Nach den Wahlen könnte dies seiner Meinung nach jedoch ganz anders aussehen.

Soria fordert Entschuldigung

José Manuel Soria, Spaniens Energieminister, betrachtet die Nachricht, dass keine nennenswerten Energiereserven in Kanarischen Gewässern schlummern als äußerst negativ für die Wirtschaft der Kanaren und des gesamten Landes. Soria, der von Gran Canaria stammt, hatte sich massiv für den Ölkonzern und dessen Pläne stark gemacht. In seiner Heimat hatte ihm diese Position viele Gegner beschert. Er forderte nun von den für den massiven Protest verantwortlichen Politikern auf den Inseln, sich bei der Bevölkerung für die „enorme Farce“ und die damit verbundenen Kosten zu entschuldigen. Das Geld, das die Aktionen verschlungen haben, hätte in seinen Augen für wichtigere Dinge eingesetzt werden können. Dass dieses Geld sinnvoller hätte ausgegeben werden können, sehen sicher viele Menschen auf den Kanaren genauso. Allerdings war es Soria, der mit seinen Entscheidungen dafür gesorgt hat, dass sie überhaupt nötig wurden.

Thomas

Thomas

Durch meine Arbeit als Journalist habe ich das große Glück überall auf der Welt arbeiten zu können. Auch auf den Kanarischen Inseln habe ich einige Jahre verbracht, eine Zeit, an die ich mich immer gerne erinnere. Obwohl ich danach noch in anderen interessanten Ländern leben durfte gehören die spannenden Erfahrungen, die ich auf den Inseln gemacht habe zu den Erlebnissen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

1 Comment

  1. Repsol ist kein staatlicher Konzern. Er ist ein rein privates Unternehmen. Darum fällt es auch schwer zu verstehen warum die spanische Regierung einem privaten Unternehmen ein spanisches Marineboot als Leibwache zur Verfügung stellt. Soria sollte diese Ausgaben den Steuerzahlern zurückgeben!

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