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TransVulcania – La Palma tanzt auf dem Vulkan

TransVulcania – La Palma tanzt auf dem Vulkan

11. Mai 2013837Views
Foto aus dem Archiv - Zieleinlauf in Los Llanos

La Palma, die Isla bonita, die schöne Insel, liegt zwar etwas abseits am westlichen Rande des kanarischen Archipels, am heutigen Samstag jedoch ist sie für die Anhänger extremer sportlicher Anstrengungen der Nabel der Welt. Die Teilnehmer der TransVulcania sind zu Gast auf der Insel, die an normalen Tagen für die Schönheit der Landschaft und eine ruhige, entspannte Lebensart bekannt ist. Tranquilo und relaxt werden es die Teilnehmer dieser außergewöhnlichen sportlichen Herausforderung aber bestimmt nicht angehen lassen. Denn um die 83 Kilometer quer über die Insel von Fuencaliente bis nach Los Llanos del Aridane in einer Rekordzeit hinter sich zu bringen, sind enorme Anstrengungen erforderlich. Nicht nur, dass bei einem ständigen Auf und Ab insgesamt Höhenunterschiede von 8.525 Meter zu überwinden sind, sondern es gilt auch noch, diese Strecke in einer Zeit zurückzulegen, in der untrainierte Wanderer nicht einmal die Hälfte des Weges auf ebenem Terrain schaffen würden. Im vergangenen Jahr war es der Nordamerikaner Dakota Jones, der nach 6 Stunden, 58 Minuten und 44 Sekunden als erster das Ziel erreichte. Heute aber sind einige ernst zu nehmende Konkurrenten an den Start gegangen, die fest entschlossen sind, den Rekord zu brechen und neue Maßstäbe in diesem Extremsport zu setzen. Im internationalen Starterfeld sind in der Szene durchaus bekannte Namen zu finden, die als Favoriten für den Sieg auf La Palma gehandelt werden. Neben Anton Krupika gehören auch Salomon Nature und Killian Jornet zu denen, die sich Hoffnungen auf einen Platz auf dem Siegerpodest machen dürfen. Bei den Frauen werden Emelie Forsberg, Nuria Picas und Fernanda Maciel Chancen auf die vorderen Plätze eingeräumt.

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Um die Belastungen der größten Mittagshitze zu vermeiden, sind die Läufer bereits am frühen Morgen gestartet, denn die körperlichen Anstrengungen sind auch für gut trainierte Athleten derart hoch, dass zusätzlich extreme Temperaturwerte zu einem nur schwer zu kalkulierenden Risiko würden.

Doch nicht nur Topathleten sind in La Palma am Start, auch Amateure versuchen sich bei der TransVulcania zu beweisen. Neben dem Halbmarathon, der über eine Distanz von 26,8 Kilometern geht, sind spezielle Strecken für Nachwuchsläufer vorgesehen. Und auch passionierte Wanderer können die sportliche Herausforderung annehmen und auf einer 15,7 Kilometer langen Stecke, die vom Refugio del Pilar bis zum Ziel auf der Plaza de España in Los Llanos de Aridane führt, ihre Kondition unter Beweis stellen. Veranschlagt werden für diesen Weg etwa 4 bis 5 Stunden. Der Vergleich mit den Profis zeigt hier einmal mehr, welchen nahezu unmenschlichen Strapazen die Extremsportler während ihres Runs ausgesetzt sein müssen.

Das sportliche Großereignis gehört mittlerweile zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender von La Palma. Unterstützt werden die Insulaner bei der Organisation nicht nur von offiziellen Stellen der Inselregierung, sondern auch von der Guardia Civil und militärischen Einheiten, die für einen sicheren und geordneten Ablauf sorgen.

Eine Veranstaltung wie die TransVulcania ist in ihrer Werbewirkung für die touristische Destination La Palma kaum zu überschätzen. Für kurze Zeit steht eine Insel im Fokus der interessierten Öffentlichkeit, über die sonst nur wenig berichtet wird. Denn in den Tagen rund um den Lauf richtet sich nicht nur das Interesse einer kleinen ambitionierten Gruppe von Extremsportlern auf den Austragungsort und das sportliche Großereignis, sondern auch die Aufmerksamkeit zahlreicher Journalisten auf die sonstigen Attraktionen, die die Insel zu bieten hat. Für den Tourismus auf La Palma sind nicht nur die Tage des Marathons selbst, an denen fast kein freies Zimmer mehr zu bekommen ist, von enormer Wichtigkeit, sondern auch die positiven Nachwirkungen, die von der TransVulcania ausgehen.

Thomas

Thomas

Durch meine Arbeit als Journalist habe ich das große Glück überall auf der Welt arbeiten zu können. Auch auf den Kanarischen Inseln habe ich einige Jahre verbracht, eine Zeit, an die ich mich immer gerne erinnere. Obwohl ich danach noch in anderen interessanten Ländern leben durfte gehören die spannenden Erfahrungen, die ich auf den Inseln gemacht habe zu den Erlebnissen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

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