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Wandern auf El Hierro – Abwechslungsreiche Tour auf den Vulkan Alto Malpaso

Wandern auf El Hierro – Abwechslungsreiche Tour auf den Vulkan Alto Malpaso

14. Mai 20143033Views
Wandern über den Wolken

Von Sabinosa zum Piedra del Rey

Startpunkt Sabinosa
Startpunkt Sabinosa

Heute wollen wir uns auf eine große Rundwanderung begeben, die uns auf den höchsten Berg der Insel El Hierro, den Vulkan Alto Malpaso (1501 Meter) führen wird. Die grandiose Tour verläuft durch Nebel- und Kiefernwälder. Es geht über karge Hochebenen und dann wieder über grüne Wiesen. Genügend Abwechslung dürfte auf dieser Tour keiner vermissen. Eine gute Kondition für die 20 Kilometer lange Wanderung, die uns über 1250 Höhenmeter hoch und herunter führt, ist unbedingte Voraussetzung. Wer den Alto Malpaso einfacher erklimmen möchte, beginnt die Wanderung am Rastplatz Hoya del Pino (siehe unten bei Hinweise).

Startpunkt unserer großen Rundtour ist die Ortsmitte von La Sabinosa (ca. 290 Höhenmeter). Dort liegt die Plaza del Ingeniero Vallabriga, auf der große Hinweisschilder zu den Wandertouren, die im Ort starten, angebracht sind. Wir wandern auf dem gelb weiß gekennzeichneten Wanderweg PR-EH 1, der von Pozo de Salud über Sabinosa quer durch den Steilhang auf die Hochebene führt. Unsere Richtung ist Cruz de los Reyes – El Pinar. Zunächst gehen wir wenige Minuten auf einer asphaltierten Straße hoch durch den Ort. Schnell mündet die Straße in einen Feldweg und dann in einen schmalen Pfad, der uns zunächst in weiten Serpentinen durch Terrassenfelder hoch über Sabinosa führt. Wir können während der gesamten Wanderung durch den Steilhang auf Sabinosa und Pozo de Salud, die weit unter uns an der Küste liegen, schauen. Ab und zu ist der Weg ein wenig mit Büschen und Pflanzen zugewachsen, so dass das Tragen langer Hosen nicht von Nachteil ist.

die Wege sind häufig ein wenig zugewachsen
die Wege sind häufig ein wenig zugewachsen

In Höhe von etwa 650 Metern erreichen wir den Piedra El Rey. Das ist ein kleiner mit einer Holztafel gekennzeichneter Rastplatz mit einer Steinbank. Von hier haben wir einen fantastischen Ausblick über das gesamte Tal El Golfo.

Durch den Nebelwald auf den Grat

Kurze Zeit später, nachdem wir ungefähr eine Stunde gewandert sind, erreichen wir den Nebelwald. Wir passieren eine Weggabelung, an der ein Weg rechts den Berg hinauf zur Fuente Mencáfete (PR-EH 1.2) ansteigt. Wer mag, kann hier in einem größeren Dreieck, indem er immer der Ausschilderung PR-EH 1.2 folgt, noch einen kleinen Abstecher zur Quelle Fuente Mencáfete machen und nach einiger Zeit wieder auf den Hauptweg zurückkehren.

Der Weg auf den Alto Malpaso geht jedoch geradeaus weiter. Bereits nach kurzer Zeit kommen wir wieder an eine Weggabelung, an der wir auf einen breiteren Forstweg stoßen. Rechts geht es noch einmal mit dem PR-EH 1.2. zur Fuente Mencáfete. Wer vorher bereits den kleinen Abstecher gemacht hat, kommt nun hier auf den Hauptwanderweg von der Fuente Mencáfete zurück. Zum Alto Malpaso geht es auf dem Hauptweg links herum weiter. Für kurze Zeit führt uns der Weg gemütlich hoch durch schattigen Wald. Doch nach 10 Minuten zweigt unser Wanderweg zum Malpaso auf einen kleinen Pfad rechts bergan ab. Von nun an geht es recht steil in engen Serpentinen durch den Wald hinauf.

Nach einen guten Stunde lassen wir den Nebelwald mit den Bartflechten und vielen Moosen hinter uns. Hier oben geht der Nebelwald fast abrupt in Kiefernwald über. Auf einem breiten Forstweg wandern wir gemütlich und nur leicht ansteigend weiter durch den Wald und haben dabei bereits den mächtigen Vulkan Tanganasoga im Visier.

Rastplatz Piedra Del Rey
Rastplatz Piedra Del Rey

Auf 1300 Höhenmetern erreichen wir eine Lichtung. Von hier besteht die Möglichkeit zu einem Abstecher auf den Gipfel des Tanganasoga (1376 Höhenmeter). Auch der Weg zum Rastplatz Hoya del Pina, von dem aus ein kürzerer Aufstieg auf den Alto Malpaso möglich ist, zweigt von hier ab. Wir folgen den Hauptweg PR-EH 1 weiter. Mit Blick auf den Tanganasoga steigen wir in Serpentinen einen Hang empor. Im Jahr 2006 gab es hier einen großen Waldbrand. Um uns herum sind daher immer noch viele verbrannte und verkohlte Bäume zu sehen.

Nach 20 Minuten haben wir einen Sattel erreicht und gehen durch eine kleine Steinmauer hindurch auf einen breiten Hauptweg, der über den Berggrat verläuft. Hier verlassen wir den Wanderweg PR-EH 1, der nun rechts des Hauptweges weiter nach El Pinar führt.

Alto Malpaso – mehr als der höchste Gipfel der Insel

Wir gehen links auf dem rot weiß gekennzeichneten Wanderweg GR-131 Richtung Alto Malpaso weiter. Das ist der längste und traditionsreichste Wanderweg der Insel, der Camino de la Virgin Los Reyes. Er verläuft vom Südwestende der Insel (Faro de Orchilla) quer über die Längsseite der Insel nach El Tamaduste und zum Puerto de La Estaca im Nordosten von El Hierro.

Pfad durch den Nebelwald
Pfad durch den Nebelwald

In 20 Minuten führt uns der ansteigende breite Weg über den Berggrat auf den Gipfel. Beim Wandern genießen wir nun großartige Blicke auf die Südküste der Insel. Alt Malpaso ist mit seinen 1501 Metern der höchste Gipfel der Insel.

Für die Einheimischen stellt er ein bedeutendes Identitätssymbol dar. Auf dem Berggipfel ist eine Rast bei gutem Wetter das absolute Muss. Eine fantastische Aussicht über das gesamte Tal El Golfo und zu den Nachbarinseln La Gomera und La Palma sowie Teneriffa erwarten uns. Einige Schritte in die andere Richtung liegt uns fast die gesamte Südküste der Insel zu Füßen.

Vom Gipfel des Alto Malpaso geht es zunächst bis zur Kreuzung mit dem PR-EH 1 zurück. Doch dieses Mal biegen wir nicht rechts Richtung Sabinosa hinab, sondern setzen unsere Wanderung auf dem Camino de la Virgin (GR-131) fort. Der Weg verläuft lange Zeit an der Südseite des Berggrates entlang. Zunächst geht es fast eben und erst langsam nach und nach ein wenig bergab. Auf dem kargen und nach einiger Zeit immer steiler herunter führenden Weg kommen wir zunächst an einer Holztafel mit der Aufschrift „Raya de Binto“ und 5 Minuten später an dem Wassersammelbecken Fuente de Binto vorüber. In Höhe von 1220 Metern passieren wir das Cruz de los Humilladeros, an dem sich wegen der schönen Aussicht auf die Südwestküste eine kleine Rast anbietet.

Rückwanderung über die grünen Weiden von La Dehesa

In der Gegend um La Dehesa gibt es außer einigen religiösen Bauten keinerlei Häuser. Von jeher hatten sich die Hirten der Insel mit ihrem Vieh in die höher gelegenen Zonen von La Dehesa begeben, um dort die besten Weiden zu finden. Im 18. Jahrhundert trat der Graf von La Gomera, der Herr der Insel, dieses Gebiet an die Hirten der Insel ab. Diese sollten es künftig sozusagen als Eigentümer für ihre Tiere nutzen. Das gesamte Gebiet ist bis zum heutigen Tag gemeinschaftliches Weideland.

steil hinab nach Sabinosa
steil hinab nach Sabinosa

Während wir langsam wieder in tiefere Regionen gelangen, wird auch bei der Weiterwanderung auf dem GR-131 unsere Umgebung wieder grüner. Wir sehen immer häufiger Kühe, Schafe und Ziegen auf saftigen Weiden sowie Büsche und Bäume am Wegesrand. El Hierro weist neben der schroffen Küste, die im Gegensatz zu den anderen kanarischen Inseln kaum Barrancos hat, ein relativ flaches und fruchtbares grünes Hochland auf. Seit jeher wurden die meisten landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf El Hierro auf der ausgedehnten Hochebene von Nisdafe betrieben.

Wir passieren ein Gatter, das es wieder zu schließen gilt. In Höhe von 1100 Metern kommen wir am Monumento al General Serrador vorbei. In weiten Serpentinen geht es auf einem breiten Feldweg durch Weide- und Strauchlandschaften bergab. Dabei bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke auf die Nachbarinseln, den Inselsüden und das Tal El Golfo. Der Weg gabelt sich einige Male. Wir bleiben auf dem Hauptweg, dem rot weiß gekennzeichneten Camino GR-131.

Nach ungefähr 15 Minuten gelangen wir auf eine Art Bergsattel mit einem Regenmesser und einem Rastplatz. Wie beim Cruz de Los Humilladeros handelt es sich auch hier um eine Stelle, an der die jährliche Inselprozession einen Stopp einlegt. Der GR-131 verläuft nun links den Hang hinunter zur Ermita de Nuestra Señora de los Reyes. Wir können den Ausblick auf El Golfo, Sabinosa und Pozo de Salud tief unter uns genießen.

Blick auf die Nordwestküste
Blick auf die Nordwestküste

Und danach geht es für uns in Richtung Mirador de Bascos mit dem gelb weiß gekennzeichneten Wanderweg PR-EH 9.1 weiter. Dieser führt in Serpentinen den Hang hinab bis wir in Höhe von 870 Metern Las Casillas erreichen. Bei einer weiteren Weggabelung verlassen wir auch den PR-EH 9.1, der zum Mirador de Bascos weiter führt. Wir biegen rechts auf den ebenfalls gelb weiß gekennzeichneten Wanderweg PR-EH 9.2 (Camino de la Dehesa), der uns nach Sabinosa zurückbringen wird, ein.

Wir gelangen nach kurzer Zeit an einen großen Rastplatz mit einer Tränke und Felsen, die eine letzte Gelegenheit bieten, die Aussicht aus der Höhe zu genießen. Ab hier geht es unmittelbar zurück in den Nebelwald, durch den wir in steilen und engen und teilweise auch recht gerölligen Serpentinen zurück nach Sabinosa gelangen. Über 500 Höhenmeter geht es nun hinunter durch den Wald und anschließend wieder durch terrassierte Felder. Sabinosa kommt Höhenmeter für Höhenmeter näher. Am Ende unseres Weges treffen wir auf eine Straße, auf der wir links herum weiter wandern. Den letzten Teil des Weges gehen wir nun wieder auf dem Wanderweg PR-EH 1, der uns schließlich mit der Calle Hoya del Moral zurück in die Dorfmitte von Sabinosa führt.

Informationen:

die Wege sind häufig ein wenig zugewachsen
die Wege sind häufig ein wenig zugewachsen

Höhenunterschied: ungefähr  1250 Meter vom Ausgangspunkt im Dorf Sabinosa zum Gipfel des Alto Malpaso. Durch Ab- und Aufstiege sind auf der gesamten Tour insgesamt ungefähr 1500 Höhenmeter zu bewältigen.

Anforderung: Es handelt sich um eine grundsätzlich mittelschwere, doch mit ihren 20 Kilometern auch sehr lange Tour, die wegen der Länge und den vielen Höhenmetern, die es zu überwinden gilt, durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen ist. Die abwechslungsreiche Rundtour verläuft zumeist über gut ausgezeichnete Wanderwege. Eine sehr gute Kondition ist allerdings absolute Voraussetzung für diese Tour.

Startpunkt: Start und Ende der Rundtour ist in Sabinosa, das wir mit dem Pkw über die Landstraße HI-50 von Frontera aus erreichen. Der Pkw kann im Ort Sabinosa abgestellt werden. Sämtliche Wandertouren starten an der Plaza in der Ortsmitte von Sabinosa (Wanderhinweisschilder beachten). Wer nicht mit dem Wagen anreisen möchte, kann mit der Buslinie 4 von Frontera nach Pozo de Salud in den Ort gelangen.

Zeit: reine Wanderzeit ungefähr 7 Stunden.

Hinweise:  Bei schlechtem Wetter, wie bei Sturm, Regen und Nässe lohnt sich die Wanderung nicht, da dann die Wege aufgeweicht sind und auch bei Nebel keine Aussicht zu genießen ist.

Wem die Tour zu lang ist, der kann den Alto Malpaso auch vom Park- und Rastplatz Hoya del Pino (an der Landstraße HI-1 oberhalb des Ortes Frontera Richtung Vila de Valverde gelegen) besteigen. Hoya del Pino liegt knapp über 1000 Höhenmeter hoch, so dass nur noch 500 Höhenmeter im Ab- und Aufstieg zum Gipfel zu bewältigen sind. Diese kürzere Tour dauert ungefähr 3,5 Stunden und ist abgesehen von einigen recht steilen Anstiegen als leicht zu bezeichnen.

Leonie

Leonie

Ich habe alle kanarischen Inseln bereist und lebe seit einigen Jahren auf Teneriffa. Auf meinen Wandertouren über die Inseln begleitet uns mein Labrador, der - wie wir - immer wieder neue Wege auskundschaftet.

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