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Wie wohnten die Benahoaritas

Wie wohnten die Benahoaritas

21. Oktober 20142100Views2Comments
Casa JuanArtikelbild

Wie war die Verständigung mit anderen Bewohnern

[quote align=’right‘]Artikel-Serie
Teil 1: … ein Stück Himmel im Atlantik
Teil 2: Wie wohnten die Benahoritas
Teil 3: … die Erben der Ureinwohner
[/quote]La Palma war zu Urzeiten in zwölf Königreiche aufgeteilt. Jedes Reich hatte einen Mencey (König). Die Namen der Gebiete erinnern an märchenhafte Orte und Landschaften:
Aridane- Tihuya – Guehebey- Ahenguareme – Tigalate- Tedote- Tenagua- Adeyahamen- Tagaragre- Tegalgen- Tijarafe- Acero

Wer genau hinschaut wird viele Namen heute noch finden. Einige Hotels oder Ferienwohnungen tragen die geschichtsreichen Namen des Königtums. Beliebt sind aber auch Götternamen, wie Abora die Sonnengöttin oder Iruene der Dämon.

Bevor die Spanier alles vereinnahmten, lebten die Ureinwohner kooperativ zusammen. Durch gepflasterte Wege waren alle Siedlungen miteinander verbunden. Sie überziehen heute noch die ganze Insel und werden als Wanderwege genutzt. Über die „Caminos reales“ den Königswegen, hielten die Bewohner Kontakt.

Religion und Respekt

Abora- die Sonnengöttin
Abora- die Sonnengöttin

Nicht zuletzt durch eine religiöse Lebensführung war der Umgang miteinander sehr respektvoll. Innerhalb der Familien und mit den Nachbarn. Ihre dreigeteilte, gläubige Welt sah so aus:
Der höchste Gott befand sich oben, der Dämon war unten und zwischen ihnen hielten sich die Geister der Vorfahren auf. Die oberste Gottheit wohnte im Himmel, war weiblich und hieß Abora (die Sonne und das höchste göttliche Licht). Durch Sie werden die Sterne in Bewegung gesetzt.

Wenn Himmel und Meer im Augenblick des Sonnenuntergangs miteinander verschmelzen, wird eine göttliche Kraft freigesetzt. Die Ureinwohner glaubten, das sie von dieser göttlichen Kraft beschützt werden. Der Name des Dämons war Iruene. ( Ein riesiger Hund mit wuschliger Mähne)

Zwischen Himmel und Erde

Mitten in der Caldera befand sich die „Kirche“ der Benahoaritas. Auf einem schwer zugänglichen Felsplateau, ragt der originelle Roque de Idafe nadelförmig fast 100 Meter in die Höhe. Der Monolith aus Basalt stellt den übrig gebliebenen Rest eines Vulkankegels dar. Die spezielle Form lässt ihn anfällig wirken und sie hatten Angst das er bricht. Er war für sie die Stütze zwischen Himmel und Erde. Gut zu verstehen, das die Benahoaritas ihn verehrten und ihm Opfer brachten. Ihre Toten betteten sie an schwer zugänglichen Stellen zur letzten Ruhe. Sie glaubten an ein Leben nach dem Tod.

Die tapferen Frauen der Benahoaritas

Der Höhlenberg
Der Höhlenberg

Einen hohen Status hatten die schönen Frauen der Ureinwohner. Als Priesterin oder Heilerin konnte sich eine Urzeit Frau Achtung verschaffen. Kriegerinnen oder Seherinnen waren hoch angesehen. Während der Eroberung durch die Spanier, haben sich die äußerst mutigen Benahoaritas einen Namen gemacht, indem sie Seite an Seite mit ihren Männern kämpften.
Männer, die sich nicht tolerant ihren Frauen gegenüber verhielten, wurden bestraft. Ihnen wurden die Haare kurz geschnitten. Durch eine mustergültige Lebensführung wuchs die Möglichkeit in den Adelsstand aufzusteigen. Mencey (König) durfte eine Frau allerdings niemals sein.

Wohnten sie wirklich nur in Höhlen?

Das sie in Cuevas gelebt haben, zeigen die unzähligen Eingänge von Lava Höhlen an den Berghängen. Auf La Palma sind sie jedoch sehr klein. Sie konnten aber bis fünfzig Meter tief in den Berg hinein reichen. Außerdem gab es sogenannte Brandungshöhlen direkt am Meer.
Fließende Lavaströme ließen lange Röhren entstehen und schafften somit mehr Wohnraum. Auf La Palma existieren sechs davon, welche auf einer Liste der über 100 längsten Lava-Höhlen der Welt stehen.

Wie hat es in den Cuevas ausgesehen?

Meistens waren sie unterteilt in Felsenkammern. Im vorderen Bereich die Küche mit Lagerfeuer, auf dem gekocht wurde. Außerdem speisten und arbeiteten sie hier. In der Schlafkammer im hinteren Teil der Höhle, schliefen die Familien auf Zweigen aus Palmblättern. Kerzen oder Fackeln spendeten anheimelndes Licht. Gleichbleibend temperiert durch das Lavagestein, mussten die Bewohner nicht frieren. Oft war auch für Ziegen oder Schafe noch Platz an gemauerten Steinwänden vor der Höhle. Sie schützen die Benahoaritas gleichzeitig vor Wind und Regen.

Fruchtbares Land und Wasser

Höhle großStrategisch günstige Plätze zum Leben, waren für die Urzeit Bewohner wichtig. Wo es Wasser, fruchtbares Land und Holz gab, suchten sie sich ihren Lebensraum. Sie haben sich stets weiterentwickelt, indem sie später auch Hütten aus trockenem Stein bauten. Die Behausungen waren mit Reisig-Dächern geschützt vor der unterschiedlichen Witterung im Sommer und im Winter. Kleidung und Schuhe bestanden meist aus Tierfellen oder Leder, welche von den fleißigen Urfrauen von Hand angefertigt wurden.

Ausflüge in den Archäologie-Park nach Belmaco

Auf La Palma können Sie Ausflüge zu den bedeutsamen Cuevas der Insel machen. Die Höhle von Belmaco, bei Mazo, umfasst 12 Cuevas. Archäologisch wertvolle sind aber verschlossen, um eine Zerstörung durch Tier und Mensch zu verhindern. In Belmaco wurden im 18. Jahrhundert erstmals Zeichen und graphische Darstellungen der Urzeit- Bewohner entdeckt. In 10 Höhlen sollen sich zwei Könige mit ihrem Gefolge aufgehalten haben.
An zwölf Stationen, welche an Höhlen und Pflanzen vorbeiführen, erkennen sie die nachwachsenden Rohstoffe und Nahrungsmittel- Lieferanten die von den Bewohnern genutzt wurden. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Liebhaber der Archäologie oder Geologie. Das Abenteuer-Gefühl in einer urzeitlichen Höhle ist ein großer Moment des Urlaubs.

Öffnungszeiten in Belmaco:
Besucher können Montags bis Samstags von 10-18 Uhr oder Samstags von 10-14 Uhr die Welt der Urzeitmenschen bestaunen. Der geringe Eintritt von ca. 3-4 Euro macht es jedem möglich sich dort umzuschauen. Bild Belmaco

Die Cueva Tendal in San Andres y Sauces

So könnten sie heute wohnen ...
So könnten sie heute wohnen …

Als Zufluchtsort angelegt ist die Cueva Tendal in San Andres y Sauces. Mit archäologischen Überresten gesegnet ist sie für Besucher besonders interessant.
Zwei Grabhöhlen und 16 Räume in denen die Bewohner miteinander gelebt haben, können besichtigt werden. Sie werden staunen, wie „normal“die Urzeitmenschen ihr Leben gestaltet haben.

Gut erhalten sind die Cuevas von Belmaco, Las Tricias und San Andres y Sauces. Gehen Sie auf Abenteuer Tour.
Erleben Sie die Ureinwohner in „Echtzeit“.

Nichts falsch gemacht

Auch wenn inzwischen Jahrhunderte vergangen sind, die Benahoaritas waren Menschen wie wir. Hatten die gleichen Träume und Sehnsüchte. Liebten den gleichen Blick auf das Meer und die Berge. So wie wir La Palma auch lieben. Sie haben in und mit der Natur gelebt und sich dabei wohlgefühlt.

[quote align=’right‘]Artikel-Serie
Teil 1: … ein Stück Himmel im Atlantik
Teil 2: Wie wohnten die Benahoritas
Teil 3: … die Erben der Ureinwohner
[/quote]Dabei haben sie nur getan was wir in jedem Urlaub tun: Aus ihrer Zeit das Beste herausgeholt.

Sie und wir, haben nichts falsch gemacht. Damals nicht und heute nicht. Gehen Sie mit mir weiter auf Spurensuche. Wo sind sie heute und wie leben sie heute?

Sie erfahren es in Teil 3 der Geschichte.

Mariana

Mariana

Seit ich im Millennium Jahr das erste Mal auf La Palma war, schlägt mein Herz für die Isla Bonita. Der Wunsch auf der Insel zu leben, täglich auf den Atlantik zu schauen und die wunderbare Bergwelt zu genießen, soll in nächster Zeit wahr werden. Ich war in Afrika, in Ägypten, auf Cuba und habe festgestellt, das es an keinem Ort soviel Lebensqualität im Alltag gibt wie auf La Palma. Unsere Vorbereitungen laufen..........

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