close
Wirt aus Bandama auf Gran Canaria erhielt Arbeitslosengeld trotz 6 Millionen auf dem Konto

Wirt aus Bandama auf Gran Canaria erhielt Arbeitslosengeld trotz 6 Millionen auf dem Konto

2. Februar 20151529Views
geld

Nicht nur in Deutschland bringen Steuer-CDs aus der Schweiz so manchen Besitzer versteckter Millionen in eine wenig angenehme Lage. Auch auf Gran Canaria wurde ein 70-jähriger ehemaliger Angestellter von Repsol dabei ertappt, wie er ungeniert staatliche Gelder zum Lebensunterhalt kassierte, obwohl er gleichzeitig mehr als 6 Millionen Euro auf fünf Konten bei einer Bank in Genf vor dem Fiskus versteckt hatte.

[adrotate block=“4″]

Sixto Delgado de la Coba war 30 Jahre lang Ingenieur beim staatlichen Mineralölkonzern Repsol, bevor er im Jahr 2000 seinen Job aufgab. Danach erhielt er jahrelang Arbeitslosengeld, bis seine Tochter ihn in ihrer Bodega im noblen Bandama anstellte. Nach Informationen der Zeitung El Pais hatte Delgado bei der Beantragung der staatlichen Unterstützung wohl ganz vergessen zu erwähnen, dass er die nicht unbeträchtliche Summe von 6,2 Millionen Euro auf verschiedenen Konten bei der HSBC in Genf geparkt hatte. Auch sonst scheint der feine Herr der Zusammenarbeit mit den spanischen Behörden eher ablehnend gegenüberzustehen, denn das Finanzamt war ebenfalls nicht über das Vermögen informiert worden. Die staatlichen Steuereintreiber hatten erst davon erfahren, als Ende des Jahres 2008 der Informatiker Hervé Falciani mit den Daten von 130.000 Konten aus der Schweiz geflohen war. Einige Inhaber dieser Konten genießen ihr Leben auf den Kanarischen Inseln. Der spanische Staat räumte den Steuersündern damals die Möglichkeit ein, ihre Situation offenzulegen und die hinterzogenen Steuern nachzuzahlen.

Doch auch diese letzte Chance hat Delgado nicht ergriffen. In seinen Steuerklärungen aus den Jahren 2005 und 2006 gab er mit 53.000 Euro erheblich geringere Einkünfte an, als er tatsächlich erzielte. Derart unbelehrbar sieht er sich nun mit einer Anklage konfrontiert, die ihm am Ende 8 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 17 Millionen Euro einbringen könnte. Doch auch die würde er wahrscheinlich aufbringen können, da er außer dem Geld in der Schweiz noch über zahlreiche Immobilien auf Gran Canaria und in Madrid verfügt.

(Foto von Martin Abegglen/flickr.com Lizenz: BY-SA)

Thomas

Thomas

Durch meine Arbeit als Journalist habe ich das große Glück überall auf der Welt arbeiten zu können. Auch auf den Kanarischen Inseln habe ich einige Jahre verbracht, eine Zeit, an die ich mich immer gerne erinnere. Obwohl ich danach noch in anderen interessanten Ländern leben durfte gehören die spannenden Erfahrungen, die ich auf den Inseln gemacht habe zu den Erlebnissen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

Leave a Response